Energieberatung – Informationen für Eigentümer
Altbaumodernisierung
Altbaumodernisierung – Was Sie im Vorfeld wissen sollten
Die energetische Modernisierung eines Altbaus ist immer ein Schritt nach vorn: Sie verbessert die Energieeffizienz, erhöht den Wohnkomfort und steigert langfristig den Wert Ihres Hauses. Gleichzeitig tauchen im Vorfeld viele Fragen auf, die Eigentümer verunsichern können.
Welche Maßnahmen sind sinnvoll?
Soll das Haus gedämmt werden – und wenn ja, welcher Dämmstoff und welches System passen zu Ihrem Gebäude? Oder ist es sinnvoller, zunächst die Fenster zu erneuern? Vielleicht steht zuerst die Dachsanierung an.Wie sieht es mit der Heiztechnik aus?
Muss die bestehende Heizung ersetzt werden? Welche Technik ist zukunftsfähig und wirtschaftlich? Lohnt sich der Einsatz erneuerbarer Energien wie einer Photovoltaikanlage?
In welcher Reihenfolge sollte saniert werden?
Viele Eigentümer fragen sich, mit welcher Maßnahme sie beginnen sollten, um Kosten zu sparen und spätere Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Orientierung durch einen strukturierten Plan
Gemeinsam erarbeite ich mit Ihnen eine klare, verständliche und realistische Strategie für die Modernisierung Ihres Altbaus.


Die 10‑Prozent‑Regel nach GEG – was bedeutet sie für Eigentümer?
Die sogenannte 10‑Prozent‑Regel des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) legt fest, wann bei der Sanierung eines Bestandsgebäudes bestimmte energetische Anforderungen eingehalten werden müssen. Sie betrifft vor allem Dämmmaßnahmen und den Austausch von Fenstern.
Wann gilt die 10‑Prozent‑Regel?
Die Regel greift, wenn mehr als 10 % eines Bauteils erneuert oder gedämmt werden. Betroffene Bauteile sind:
Außenwände
Dachflächen
oberste Geschossdecken
Kellerdecken
Fensterflächen
Sobald die 10‑Prozent‑Schwelle überschritten wird, müssen die Anforderungen des § 48 GEG eingehalten werden – insbesondere die geforderten U‑Werte.
Was bedeutet das konkret?
Die energetischen Anforderungen gelten nur für die erneuerten Flächen, nicht für das gesamte Bauteil. Nicht sanierte Bereiche dürfen unverändert bleiben.
Wann gilt die Regel nicht?
Werden weniger als 10 % eines Bauteils erneuert oder gedämmt, greifen die Anforderungen des § 48 GEG nicht.
Unternehmererklärung – wichtig für Eigentümer
Nach Abschluss der Arbeiten muss das ausführende Unternehmen eine Unternehmererklärung ausstellen. Damit wird dokumentiert, dass die gesetzlichen Anforderungen eingehalten wurden – ein wichtiger Nachweis für Eigentümer, Förderstellen und spätere Käufer.
10‑Prozent‑Regel (GEG)


Dämmung der Gebäudehülle
Die Dämmung der Gebäudehülle gehört zu den wirksamsten Maßnahmen, um den Energieverbrauch eines Wohngebäudes dauerhaft zu senken. Sie reduziert Wärmeverluste über Außenwände, Dach, Geschossdecken und Kellerdecken.
Viele Eigentümer beginnen mit Einzelmaßnahmen. Das ist sinnvoll, solange die Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind.
Warum ein Sanierungsfahrplan wichtig ist
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) sorgt dafür, dass alle Schritte sinnvoll ineinandergreifen und langfristig ein energieeffizientes Zuhause entsteht.


Dach / oberste Geschossdecke
Dämmung von Dach und oberster Geschossdecke
Viele Altbauten verlieren über das Dach oder die oberste Geschossdecke besonders viel Wärme. Eine Dämmung dieser Bereiche senkt den Heizwärmebedarf deutlich.
Nachrüstpflicht nach GEG
Das GEG schreibt für bestimmte Bestandsgebäude eine Dämmpflicht vor. Sie gilt für:
Ein‑ und Zweifamilienhäuser (mit Ausnahmen)
alle Mehrfamilienhäuser
begehbare und nicht begehbare Geschossdecken
Anforderungen
Der U‑Wert darf 0,24 W/m²K nicht überschreiten. Bei WLS 035 entspricht das ca. 15–16 cm Dämmstärke.
Alternative: Aufdachdämmung
Sinnvoll, wenn ein Dachausbau geplant ist oder das Dach ohnehin saniert werden muss.
Wirtschaftlichkeitsgebot
Eine Maßnahme muss sich in angemessener Zeit amortisieren.


Heizung & Warmwasser
Heizung und Warmwasser
An kalten Tagen soll es im eigenen Zuhause warm und behaglich sein. Solange die Heizung zuverlässig arbeitet, wird sie kaum beachtet – bis sie Probleme macht oder die Heizkostenabrechnung ins Haus kommt.
Viele Heizungen arbeiten ineffizient
Rund 75 % aller Heizungsanlagen in Deutschland laufen nicht optimal. Oft helfen schon kleine Maßnahmen wie:
hydraulischer Abgleich
Optimierung der Regelung
Austausch alter Pumpen
Wann ist ein Heizungstausch sinnvoll?
Nach 15–25 Jahren ist ein Austausch oft die wirtschaftlichste Lösung. Dabei können moderne oder erneuerbare Systeme berücksichtigt werden.


Photovoltaik
Photovoltaik – Strom vom eigenen Dach
Eine Photovoltaikanlage erzeugt umweltfreundlichen und kostengünstigen Strom direkt vom eigenen Dach oder der Fassade.
Nutzung des Solarstroms
Eigenverbrauch
Batteriespeicher
Einspeisung ins Netz (mit Vergütung)
Ist Ihr Dach geeignet?
Das Solardachkataster gibt erste Hinweise. Wichtige Faktoren:
Ausrichtung
Neigung
Verschattung
verfügbare Fläche
Technik
Ein Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um und übernimmt Energiemanagement‑Aufgaben.


Solarpflicht
Was bedeutet die Solarpflicht für Wohngebäude?
Die Solarpflicht verpflichtet bei bestimmten Bauvorhaben zur Installation einer PV‑ oder Solarthermieanlage.
Typische Fälle
Neubau EFH
Neubau MFH
grundlegende Dachsanierungen
PV vs. Solarthermie
PV erzeugt Strom
Solarthermie erzeugt Wärme
In einigen Bundesländern sind beide zulässig
Wie wird die Pflicht geregelt?
Mindestprozentsatz der Dachfläche
Mindestleistung in kWp
Ausnahmen für kleine Dächer
EU‑Rahmen
Ab 2030 sollen alle neuen Wohngebäude mit Solaranlagen ausgestattet werden.


Energieausweis
Energieausweis – welcher ist der richtige?
Der Energieausweis zeigt den energetischen Zustand eines Gebäudes.
Zwei Varianten
Bedarfsausweis: technische Analyse
Verbrauchsausweis: gemessene Verbräuche der letzten 36 Monate
Pflicht
Gebäude ab WSchV 1978: Wahlfreiheit
unsanierte Gebäude <4 WE, Bauantrag vor 1977: Bedarfsausweis Pflicht
Darstellung
Energiekennwert in kWh/(m²·a)
Effizienzklasse A+ bis H
Bandtacho
Gültigkeit
10 Jahre. Nach Sanierungen sollte er aktualisiert werden.
Pflicht bei Verkauf/Vermietung
Der Ausweis muss vorgelegt und übergeben werden.


GEG
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Überblick
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – oft umgangssprachlich als Heizungsgesetz bezeichnet – legt die energetischen Anforderungen an Gebäude fest. Ziel ist ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2045. Seit 2024 gelten neue Regeln für den Einbau von Heizungen, den Einsatz erneuerbarer Energien und bestehende Nachrüstpflichten.
Wichtige Punkte
65 % erneuerbare Energien bei neuen Heizungen
Austauschpflicht für alte Konstanttemperaturkessel
Förderungen bis 70 %
Nachrüstpflichten bleiben bestehen
Ausblick 2026
Geplant ist ein „Gebäude‑Modernisierungsgesetz“ mit:
mehr Technologieoffenheit
weniger Bürokratie
flexibleren Erfüllungsoptionen
Kurzfazit
Das GEG schafft den Rahmen für eine langfristig klimaneutrale Wärmeversorgung. Für Eigentümer bedeutet das:
rechtzeitig prüfen, welche Pflichten gelten
Fördermöglichkeiten nutzen
Sanierungsmaßnahmen sinnvoll planen
Entwicklungen der Gesetzgebung im Blick behalten


Sie möchten wissen, was für Ihr Gebäude sinnvoll ist?
Jedes Haus ist anders – und jede Modernisierung braucht eine klare, realistische Strategie. Gerne unterstütze ich Sie dabei, die passenden Maßnahmen zu finden und sinnvoll aufeinander abzustimmen.
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